Belly Boat Vorteile und Nachteile, worauf ist beim Kauf zu Achten

belly-boat-guideBelly Boat Vorteile und Nachteile, worauf ist beim Kauf zu Achten

Erfolgreich und nah am Zielfisch – unterwegs mit dem Belly Boat auf norddeutschen Seen

Um auf den Gewässern der Seenplatte angeln zu können, benötigt man heutzutage kein klassisches Angelboot mehr. In den letzten Jahren kam es zu einer Trendwende, das unpraktische, sperrige Angelboot wurde durch ein aufblasbares „Belly-Boat“ abgelöst. Es ermöglicht ebenso wie ein typisches Schlauchboot das Angeln nahe der Wasseroberfläche. Im Vergleich dazu ist es jedoch wesentlich kleiner, leichter zu transportieren und wendiger. Ein beachtlicher Unterschied liegt darin, dass der Angler im Belly Boat sitzt und sich dabei bis zur Hüfte im Wasser befindet.

Was ist eigentlich ein Belly Boat?

Aus dem angloamerikanischen übersetzt bedeutet Belly Boat „Bauch-Boot“. Es zählt somit also gar nicht zu den eigentlichen Booten, sondern dient als Schwimmhilfe, ähnlich wie ein Schwimmreifen. Optisch erinnert das Belly Boat natürlich an ein Miniatur-Schlauchboot und stellt für Angler eine echte Alternative dazu da. Der Angler selbst wird dabei von einem teilweise rundum geschlossenen Schlauch umgeben und nimmt in einer speziellen Haltevorrichtung – ähnlich eines Sitzes Platz. Je nach Modell und Hersteller hängen die Beine im Wasser, vereinzelt ist der Angler sogar von der Hüfte abwärts im Wasser. Die Fortbewegung im Gewässer erfolgt über die frei hängenden Beine mittels Paddelschlägen. Das Belly Boat erfreut sich zunehmender Beliebtheit, da der vermehrte Wasserkontakt ein aufregenderes Angelgefühl verursacht und vormals nicht erreichbare Angelstellen sich plötzlich als Hot-Spots erweisen.

Die Geschichte der Belly Boats geht viele Jahre zurück. In der ursprünglichen Form nutzten südamerikanische und afrikanische Fischer ausgemusterte LKW Reifen um auf diesen ihrem Tagesgeschäft in Küstennähe oder sogar auf dem offenen Meer nachzukommen. Das Belly Boat galt somit als Boot des kleinen Mannes. Dem Einsatz des Belly Boats sind jedoch spätestens bei starkem Wind und hohem Wellengang Grenzen gesetzt.

Was sind die Vorteile eines Belly Boats?

Aufgrund seiner Kompaktheit passt das Belly Boat sogar in das noch so kleinste Auto. Durch seine hohe Flexibilität beim Transport und den schnellen Aufbau ergibt sich ein Wassersportgerät, welches dem Angler ermöglicht jenseits des Ufers zu fischen. Folglich steigt die Chance den großen Fang zu landen, da sich stark frequentierte Stellen umgehen lassen. Mit einem Belly Boat bewegt man sich nahezu geräuschlos über das Wasser, die Scheuchwirkung ist also deutlich verringert. Das gilt übrigens nicht nur für Bewohner der Unterwasserwelt. Auch vorsichtige Vogelarten und Wildtiere ergreifen nicht sofort die Flucht und lassen sich studieren. Auch Anwohner von Gewässerstraßen schätzen diese neue Art der Fortbewegung auf dem Wasser und nehmen Belly Boats nicht als Fremdkörper wahr.

Welches sind die Einsatzgebiete eines Belly Boats?

Das Belly Boat ist besonders praktisch wenn es um das Spinnfischen geht. Auch Fliegenfischer können sich daran erfreuen. Generell gilt: wenn es um das Aufspüren und Angeln von Raubfischen geht kann das Belly Boat glänzen. Überall wo das Bootsangeln erlaubt ist kann auch das Belly Boat verwendet werden. Das gilt für Teiche, Seen, Flüsse oder ruhige Abschnitte in Küstengewässern. Falls es sich um ein Privatgewässer handelt, wie es beispielsweise in Mecklenburg – Vorpommern häufig der Fall sein kann, so ist vor dem Befahren des Gewässers unbedingt die Genehmigung des Eigentümers einzuholen. Ein Belly Boat sollte aus Sicherheitsgründen niemals auf dem offenen Meer eingesetzt werden. Es gibt in der Nord- und Ostseesee teilweise sehr starke Strömungsabschnitte und Wellengänge, die den Angler in Lebensgefahr bringen können.

Hier findet Ihr Bildtafeln, die Auskunft geben ob ein Gewässer oder eine Wasserstraße befahren werden darf



Charakteristik – welche Modelle gibt es?

Die ersten Belly Boote besaßen noch die typische O-Form wie ein Schwimmreifen mit tiefer Sitzposition unterhalb der Wasserkante. Der Vorteil hier liegt zwar in der Stabilität und der verringerten Kippgefahr, allerdings steigt mit zunehmender Nutzungsdauer auch die Gefahr der Auskühlung des Körpers.
Aktuellere Modelle findet man in einer schnittigeren U- oder V- Form. Der Transport funktioniert problemlos, mehrere Luftkammern sorgen für noch mehr Sicherheit auf dem Wasser und der Einstieg fällt leichter, was gerade den Anglern im fortgeschrittenen Alter zu Gute kommt. Grundsätzlich muss jedoch noch zwischen der U- und der V-Form differenziert werden. Angler die lange Zeit auf dem Wasser unterwegs sind, empfiehlt sich der Kauf eines Modells mit V-Form. Der höher liegende Körperschwerpunkt und die Sitzposition über der Wasseroberfläche sorgen dafür, dass eine Unterkühle fast ausbleibt. Die V-Form bietet zudem Vorteile bei dem Auswurf der Angel.

Worauf ist beim Kauf eines Belly Boat zu achten?

Grundsätzlich sollte man sich die Frage stellen in welchem Gewässer die Neuanschaffung eingesetzt werden soll und welcher Angel-Typ man ist. Ist man sich im Klaren über diese zwei Kernfragen so steht einer Anschaffung theoretisch nichts im Wege. Möchte man eventuell die Angelrute für einen Weitwurf sehr stark aufladen, ist man gut mit einem stabilen Boot beraten, welches ausreichend Rückgrat besitzt. Ist das Gewässer wie unter anderem die Peene stark geprägt von dicht bewachsenen Flussabschnitten mit urwüchsiger Struktur, so empfiehlt sich der Kauf eines Modells mit hoher Wendigkeit.

Ein anderer bedeutsamer Faktor bei der Auswahl des passenden Belly Boats ist die Wahl des Antriebes. Man kann wählen zwischen Armkraft (Ruder) oder Beinkraft (Flossen). Hier raten wir dazu, bei dem Kauf auf hochwertige Materialien zu setzen. Nichts ist schlimmer als wenn bei dem Angeltrip die Antriebskraft versagt. Oftmals werden die Boote mit minderwertigen Zubehörteilen im Paket ausgeliefert. Es empfiehlt sich also jedes Zubehörteil wie Paddel, Flossen, Rutenhalter usw. einzeln zu kaufen.

Welches Belly Boat Zubehör ist notwendig?

Ohne Muskelkraft oder Antriebsmittel lässt sich ein Belly Boat noch lange nicht über das Wasser bewegen. Auch die Bekleidung spielt eine wichtige Rolle wenn die Temperaturen auf den Nullpunkt zusteuern. Wie bei jedem Hobby gibt es eine Grundausstattung oder die High – End Variante. Damit der Trip mit dem Belly Boat nicht im Desaster endet empfehlen wir die folgenden Gegenstände dabei zu haben:

Eine Luftpumpe, manuell oder elektrisch betrieben um das Boot aufpumpen zu können
Eine Rettungsweste. Diese ist Pflicht und unbedingt mitzuführen. Eine Rettungsweste die sich bei Kontakt mit Wasser selbst aufbläst ist hier aus Platzgründen zu bevorzugen.
Wind- und wasserdichte – oder abweisende Watbekleidung (Wathose, Neoprensocken). Es gibt verschiedene Stärken des Neoprens je nach Jahreszeit.
Flossen. Für die Fortbewegung des Belly Bots sind Flossen mehr als hilfreich, es gibt sogar einige Modelle die direkt über das Schuhwerk gezogen werden.
Anker. Nützlich sind verstaubare Klappanker, um das Boot bei stärkerem Wind oder auftretender Strömung an einer Position zu halten. Beim Ankern ist die Binnenschifffahrtsverordnung zu berücksichtigen, das bedeutet sich darüber zu informieren wo geankert werden kann und wie zu ankern ist. Siehe dazu unser Ostseekenner Ankerguide.

Zusätzliche Ausrüstung wie Rutenhalter, Unterfangkescher, Echolote (ist kein Muss, für echte Angelfreaks jedoch unerlässlich), Fishfinder, Kompass usw.

Faktor Sicherheit – sicheres Verhalten auf dem Belly Boat

Prinzipiell gehört schon viel Tollpatschigkeit dazu um ein Belly Boat zum Sinken zu bringen. Aufgrund des tiefen Schwerpunktes und der großen Anzahl an robusten Luftkammern ist es nahezu unmöglich solch ein Boot zum Kentern zu bringen. Luftkammern spielen eine entscheidende Rolle wenn es um die Sicherheit im Belly Boat geht. Möglichst viele dieser Kammern sollten in einem Boot verbaut sein um im Falle des Materialversagens immer noch sicher nach Hause zu gelangen.

Wie gelingt der Einstieg in ein Belly Boat?

Zunächst ist das Belly Boat in Stegnähe auf wenigstens 50 cm tiefem Wasser abzulegen
Die Arbeitsfläche, auch Tisch genannt darf nicht im Weg sein und ist abzumontieren
Der Einstieg ist rückwärts zu erfolgen, bedeutet die Flossen sollten vorab schon angelegt sein, ebenso die Wathose – dann nimmt man rückwärts im Belly Boat platz
Nun sind der Tisch und die Abstandshalter wieder zu befestigen
Sofern ein Gurt vorhanden ist, welcher den Abstandshalter mit dem Tisch verbindet, so ist dieser anzulegen
Losrudern oder paddeln und den großen Fang landen, Spaß haben und sicher nach Hause kommen!

Angelruten für das Angeln vom Belly Boat

Kleiner Tipp für alle Belly-Boat-Interessenten: angelt mit möglichst leichten und vor allem wesentlich kürzeren Ruten sowie Handkeschern, eure Arme werden es euch danken. Eine Rute über 2,00 m wird dabei oft als störend empfunden. Auch der Griff sollte kurz gewählt werden, dann steht dem Angelvergnügen nichts mehr im Wege.

So und nun rein ins Belly Boat und ab ans Gewässer! Wir hoffen unsere Tipps bringen Euch dichter an Euren Zielfisch und die kapitalen Fänge 🙂